Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management

Strategie: Mit Macht umgehen

17. Januar 2012

Isabel Nitzsche, Journalistin, Trainerin, Coach und Redaktionsleiterin der Wirtschaftspsychologie aktuell, hat im Kösel-Verlag gerade ihr neues Buch veröffentlicht: „Spielregeln im Job durchschauen: Frauen knacken den Männer-Code“. Darin gibt sie einen gut lesbaren Überblick, wie sich mit zehn Spielregeln der Businessalltag besser gestalten lässt. Die so gewonnenen Einblicke sind für Frauen und Männer gleichermaßen nützlich.

Die wichtigste Leitlinie ist, mit Macht gut umzugehen. Die Autorin erläutert daher ausführlich folgende „fünf Grundregeln für den Umgang mit Macht“:

1. Herausfinden, wer die Mächtigen sind

Hier ist es hilfreich, sich auf den einzelnen Führungsebenen anzusehen, wer genau Macht hat und diese auf verschiedene Art und Weise nutzt. Die eigene Einschätzung sollte man möglichst mit einer Bekannten oder Partnerin durchsprechen, die sich mit Machtstrukturen auskennt, aber selbst nicht im Unternehmen arbeitet.

2. Die Rangordnung verstehen und akzeptieren

Männliche Rangordnungen sind oft stabil und für die Rangniederen mit kleinen Unterwerfungsgesten verbunden (z.B. bei einer gewagten Äußerung des Chefs zu schweigen). Frauen kann es helfen, dieses männliche Prinzip der Rangordnung anzuerkennen und sich das nonverbale Verhalten genau anzusehen. Und wenn sie die eine oder andere Geste nachahmt, kann sie ihrem Ziel näherkommen ohne sich damit selbst zu verleugnen.

3. Die eigene Position schützen

Frauen sollten sich wehren, wenn die eigene Position angegriffen wird. Wenn man Führungskraft ist und ein Mitarbeiter die Anweisungen nicht befolgt, heißt es schnell zu handeln: auf Verhaltensänderung drängen und klug belohnen oder sanktionieren. Damit verteidigt sie ihre eigene Führungsposition.

4. Bewusst entscheiden, wem man Macht über sich einräumt

Männer schlagen schon mal einen direkteren Ton an, der mitunter schroff oder negativ sein kann. Hier rät Isabel Nitzsche jedoch, über diese eigene Wertung ein wenig nachzudenken. Denn mit der Schlussfolgerung: „Er hat etwas Negatives gesagt, er mag mich nicht, also ärgere ich mich.“, gibt man dem anderen Macht über sich selbst. Man ist davon abhängig, gemocht zu werden. Besser ist es zu akzeptieren, dass man nicht von allen persönlich gemocht wird. Mit dieser Einstellung kann man gelassener auf negative Äußerungen reagieren.

5. Persönliche Ressourcen nutzen

Wenn man merkt, dass sich beim Thema Macht widerstreitende innere Stimmen melden („Macht schafft Gestaltungsspielraum.“ oder „Macht wird doch von den meisten missbraucht.“), sollte man diese aufschreiben. Man kann Verbindungslinien zwischen den Statements ziehen und weitere Argumente sammeln. Von diesem Punkt aus kann man sich anschauen, welche eigenen Erfahrungen man bislang mit Macht gemacht hat. Und schließlich hilft es, wenn man dazu seine Kompetenzen, Motive und die derzeitige Arbeitssituation aufmalt oder notiert.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Isabel Nitzsche (2011). Spielregeln im Job durchschauen: Frauen knacken den Männer-Code. München: Kösel.

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