Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie 8. Februar 2012 Frauen im Vorstand wirtschaften erfolgreich Unternehmen mit Frauen in der Führungsetage wirtschaften erfolgreicher als Unternehmen mit rein männlich besetzten Führungsmannschaften. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young bei den 290 größten börsennotierten Unternehmen Europas. Frauen erzielen mehr Umsatz und GewinnDie Studie vergleicht die Jahre 2005 und 2010 und kommt zu dem Schluss, dass sich die wichtigen Kennzahlen Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl und Börsenwert positiver als der Durchschnitt aller Unternehmen entwickelten, wenn in den Führungsetagen wenigstens eine Frau saß. In diesen Firmen stieg der Umsatz um 64 Prozent, in Unternehmen ohne Frauen im Vorstand waren es nur 44 Prozent. Noch deutlicher fällt der Unterschied beim Gewinn aus: 89 Prozent gegenüber 67 Prozent. Bei der Kennziffer „Beschäftigung“ ist der Unterschied mit nur zwei Prozentpunkten jedoch gering. Allerdings wurden bei der Studie die beiden Branchen Energie- und Rohstoffe ausgeklammert, da die Vorstandsposten hier fast ausschließlich mit Männern besetzt sind. Dass diese Branchen trotzdem sehr gut abschnitten, wird mit der Sonderkonjunktur in diesen Bereichen erklärt. Frauen sind in 42 Prozent der VorständeHatten 2005 nur 27 Prozent der Unternehmen mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied, so ist ihr Anteil bis 2010 auf 42 Prozent gestiegen. Damit sank der Anteil der ausschließlich mit Männern besetzten Vorstände im Untersuchungszeitraum von 73 auf 58 Prozent. Frauen sind vor allem für Marketing und Personal zuständig, eine Vorstandsvorsitzende haben nur zwei Prozent der Konzerne. Die meisten weiblichen Vorstandsmitglieder gibt es in Irland (28 Prozent), Schweden (15 Prozent) und Finnland (12 Prozent). In Deutschland bekleideten hingegen fast ausschließlich Männern die Vorstandsposten. Nur zwei Prozent der Vorstandsmitglieder der untersuchten deutschen Unternehmen waren Frauen. Wirtschaftspsychologie-aktuell.de Weiterführende Informationen: Ernst & Young (Hrsg.). (2012). Mixed Leadership: Gemischte Führungsteams und ihr Einfluss auf die Unternehmensperformance (PDF). Die Arbeitswelt der Wissensökonomie: eine Karrierefalle für Frauen Chancengleichheit für Frauen als Wettbewerbsvorteil Emanzipierter Mittelstand: Ein Fünftel der Top-Führungskräfte sind Frauen Zur Ausgabe "Professionelle Personalauswahl" Zur Ausgabe "Herausforderung Stress" Zum Schnupper-Abo der Wirtschaftspsychologie aktuell |
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